Gunnera tinctoria
Azorenflora

Färber-Gunnera, Chilenische Gunnera

Gunnera tinctoria, Syn.: Gunnera chilensis

“Gigante”

Tausendblattgewächse (Haloragaceae)

 

Heimat Südbrasilien. Auf den Azoren bislang nur auf S. Miguel, dort im Talkessel von Furnas und auf der Achada das Furnas. Hier breitet sich die Gunnera in Höhen zwischen 500-700 m aggressiv aus, insbesondere in feuchten Wiesen, Schluchten und an Hängen. Ökologisch ist die Gunnera sehr problematisch, da sie sehr konkurrenzstark ist und die heimische Vegetation (einschließlich Lorbeerwald) aggressiv zurückdrängt. Sie ist somit eine Bedrohung für offenes Weideland ebenso wie für dichten Wald. Erst in den 1960er Jahren verwilderte die Gunnera aus Gärten in Furnas.

 

Die Pflanze besitzt riesige, tanninreiche Blätter mit bis zu 1,50 m Durchmesser, kräftige stachelige Stengel und große Rhizome. Blütezeit Juni bis September.

Die Gattung Gunnera ist in Amerika, Südafrika und Neuseeland beheimatet. Die Gunnera tinctoria wird gerne als Blattpflanze in Gärten gepflanzt. Der Name Gunnera leitet sich von dem Drontheimer Bischof Joh. Ernst Gunnerus (1718-1773) ab, dem Verfasser einer „Flora norvegica“. Der englische Namen Giant Rhubarb („Riesen-Rhabarber“) nimmt auf die Ähnlichkeit der Blätter Bezug.